Leitmarktwettbewerbe NRW | IKT

Leitmarktwettbewerb NRW - IKT | Fördermittel | Innovationsmanager Deutschland

Als Teil der Leitmarktwettbewerbe NRW können in Bereich IKT bis zum 30. Juni 2016 Vorhaben eingereicht werden. Die Auswahlrunde findet im Oktober 2016 statt und möglicher Förderbeginn ist frühestens April 2017.

Die Leitmarktwettbewerbe werden mit großer Wahrscheinlichkeit und leichten Anpassungen verlängert, worüber wir hier sofort berichten werden.

1. Schwerpunkte

Die IKT-Branche gehört zu den stärksten Leitmärkten in NRW. Insbesondere der Übergang zur Industrie 4.0 erfordert umfassende IKT-Kompetenzen, um NRW als Industriestandort zu erhalten. So gut wie keine Unternehmung kommt ganz ohne IKT-Maßnahmen aus und die Digitalisierung der Wirtschaft nimmt stetig zu. Um diesen Trend gerecht zu werden konzentriert sich der Leitmarktwettbewerb auf folgende vier Themenbereiche:

  • IKT für Cyber Physical Systems (CPS)
    CPS bezeichnet das Zusammenspiel von informatischen und mechanischen Teilen, welche die digitale und die physische Welt miteinander verschmelzen. Insbesondere die Mensch-Technik-Interaktion steht hierbei im Vordergrund.
  • Digitale Transformation: IKT als Enabler für die Industrie 4.0
    Intelligente IKT soll eine neue Stufe der Organisation und Steuerung von Wertschöpfungsprozessen ermöglichen. Die Zukunftsversion einer „Smart Factory“ gesteuert durch effiziente und dynamische Steuerungsprozesse steht hierbei im Vordergrund
  • IKT – Zentraler Baustein zukunftsfähiger Mobilität
    Von Fahrerassistenzsystemen bis hin zu digitalen Verkehrssystemen ermöglicht die Einbindung von IKT in moderne Mobilitätskonzepte eine Vielzahl von Verbesserungen. insbesondere die Etablierung von flexiblen Mobilitätsketten und Netzwerken steht hierbei im Vordergrund.
  • IT-Sicherheit für die Wirtschaft: Schutz und Sicherheit einer vernetzten Welt
    Die Neugestaltung von Wertschöpfungsketten und die zunehmende Digitalisierung der Wirtschaft, schaffen nicht nur neue Möglichkeiten, sondern auch neue Herausforderungen. Eine umfassende „Cyber Physical Security“ steht hierbei im Vordergrund.

2. Besondere Bewertungskriterien

  • Qualität der Wertschöpfungskette
    Einbindung von Partnern von Forschung bis zur Anwendung unter Beachtung branchenübergreifender Auswirkungen. Insbesondere die Einbindung von KMUs.
  • Kooperations und Vernetzungspotential
    Breites Netzwerk von Unternehmen und F&E-Einrichtung zur Gewährleistung von Durchschlagskraft und Sichtbarkeit der IKT-Wirtschaft.
  • Nationale und internationale Wettbewerbsfähigkeit
    Etablierung von NRW als Standort für eine national und international wettbewerbsfähige und leistungsstarke IKT-Wirtschaft.

Quelle: Leitmarktagentur NRW

Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT)

Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT; engl. : ICT) gehört zu den bedeutendsten Querschnittstechnologien der Neuzeit. Es umfasst die Übermittlung (Kommunikation), Speicherung und Berechnung von Informationen, die durch ihr immer stärkeres Zusammenwachsen als ein Begriff gefasst werden. Ein Großteil der Kommunikation findet bereits digital statt und es wird immer wichtiger Berechnungen möglichst schnell kommunizieren zu können. Aufgrund ihrer Vielseitigkeit gehören IKT-Technologien zu den Innovationen, die am häufigsten gefördert werden.

Quelle: IT-Wissen

Querschnittstechnologie

Eine Querschnittstechnologie ist eine Innovation, in der sich mehrere Branchen und Anwendungsfelder berühren. Sie ist in unterschiedlichen Zusammenhängen nutzbar oder kann als Grundlage für Weiterentwicklungen in verschiedenen Zusammenhängen dienen. Als Beispiel zählen z.B. IKT-Technologien wie das Internet, das alle Bereiche durchdringt. Aufgrund ihrer Vielseitigkeit werden Querschnittstechnologien gerne gefördert, z.B. durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle.

Quelle: Business Model Innovation

KMU-Instrument 2016/17

Mit dem Start ins neue Jahr endet das EU-Arbeitsprogramm 2014/15 für das Horizon 2020 Förderprogramm. Dieser Artikel beleuchtet die wichtigsten Änderungen und Entwicklungen im neuen Arbeitsprogramm 2016/17 für das KMU-Instrument. Am Schluss werden die bisherigen Ergebnisse für die größten europäischen Länder in den Schlüsselindustrien IKT, Gesundheit und Energie verglichen.

Stichtage

Vorab zur Warnung und Erinnerung der Hinweis, dass sich die Stichtage zur Einreichung der Anträge verändert haben. Nach wie vor gibt es vier Stichtage im Jahr, jedoch wurden die Daten vorverlegt. Des Weiteren gibt es für Phase 1 und Phase 2 nun unterschiedliche Stichtage.

Tabelle Stichtage

Fördersummen

Die gesamte Fördersumme für das KMU-Instrument beläuft sich auf 353,4 Mio€ für 2016 sowie 386,26 Mio€ für 2017. Zum Vergleich: 2015 betrugt das gesamte Budget noch 259,87 Mio€, das Budget wird also um ganze 36% ansteigen. Gute Nachrichten, denn da sich an den Fördersummen für einzelne Projekte nichts ändert, steigt somit die Anzahl der förderbaren Projekte insgesamt. Die Chance einen Antrag in den nächsten zwei Jahren durchzubringen steigt somit zunächst.

Tabelle Fördersumme

Themen

Die Mehrheit der Themen bleibt unverändert und die Fördersumme sowie die Anzahl der voraussichtlich geförderten Projekte steigen proportional zur gesamten Fördersumme. Das einzige Thema, an dem größere Änderungen vorgenommen werden, ist das Thema Gesundheit, das sich in zwei Unterthemen aufteilt und dessen Budget im Vergleich zu 2015 als einziges weitestgehend konstant bleibt. Eine überproportionale Erhöhung des Budgets gibt es für die Themenbereiche Biotechnologie, Blue Oceans (vorher Blue Growth) und Sicherheit, für die die Budgets verdoppelt, im Falle der Biotechnologie sogar verdreifacht werden. Sie gehören dennoch weiterhin zu den kleineren, spezialisierteren Themengebieten.

Für die Schlüsselthemen IKT & Energie gibt es im Arbeitsprogramm nur wenige Änderungen. Die Anforderungen bleiben weitestgehend gleich, nur die Fördersummen steigen proportional zur Gesamtsumme. Anders ist dies im Bereich Gesundheit, was im Folgenden erläutert werden soll.

Schlüsselthema Gesundheit

Das Thema Gesundheit wird im Arbeitsprogramm 2016/17 von zwei Calls abgedeckt. SMEInst-05-2016-2017 & SMEInst-06-2016-2017.

Ersterer fördert Zelltechnologien in medizinischen Anwendungen sowie das Thema aus den letzten Jahren, die klinische Validierung von Biomarkern, das bis Anfang 2017 langsam auslaufen soll. Laut Informationen der NKS-KMU werden für das Thema Biomarker nur Phase-2 Anträge zum 18.01.2017 angenommen unter der Voraussetzung, dass ein abgeschossenes Phase-1-Projekt für den Call PHC-12-2014/15 nachgewiesen werden kann.

Anträge zum Thema Zelltechnologien können wie gewohnt jederzeit eingereicht werden. Unter das Theme Zelltechnologien fallen Zellherstellung (Kulturen, Multiplikation, Aufskalierung und Automatisierung), Aufbewahrung, Banking und Transport, Identifizierung, Zellsortierung und Lieferung, Bilderfassung, Beobachtung, Prozess- und Qualitätskontrolle, Gentechnik und Genbearbeitung sowie Produktion von therapeutischen Biomolekülen. Zu den medizinischen Anwendungsfeldern gehören Diagnostik und Biosensoren, Zell und Gentherapie, Gewebezüchtung, bio-artifizielle Organe, Hämatologie, Immuntherapie, Impfstoff und Antikörperproduktion, prädiktive Toxikologie, synthetische Biologie sowie Modellierung und Entwicklung von Krankheitsverläufen.
Für diesen Call stellt die EU 35 Mio€ 2016 sowie 45 Mio€ 2017 zur Verfügung. Bei forschungsintensiven Projekten beträgt die Förderquote nach wie vor 100%.

Der zweite Call behandelt die beschleunigte Markteinführung von IKT Lösungen im Bereich Gesundheit, Wohlbefinden und „gutes Altern“. Der Fokus liegt auf sogenannten „eHealth“ Projekten, die Lösungen sowohl für Konsumenten als auch für Gesundheitsinstitutionen bieten, basierend auf moderner Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) und mit dem Ziel Pflege und Behandlung nachhaltig zu verbessern. Besonders interessant ist hier der Bereich der Telemedizin, also die Behandlung und Diagnose bei Überwindung einer räumlichen oder zeitlichen Distanz, was u.a. die Pflege zuhause umfassend erleichtern könnte.
Die EU stellt für diesen Call 18 Mio € 2016 sowie 12,5 Mio € 2017 zur Verfügung.

Geförderte Projekte

Nun ein Rückblick auf bereits geförderte Projekte im Rahmen des KMU-Instruments in den Schlüsselbereichen Energie, Gesundheit und IKT. Auffällig ist, dass besonders viele Anträge aus Italien und Spanien gefördert werden. Man kann jedoch nicht von einer Bevorzugung sprechen, da die gefördeten Anträge in etwa proportional zu den eingereichten Anträgen sind; aus Italien und Spanien kamen nämlich auch die meisten Einreichungen. Demgegenüber steht, dass vor allem in Phase 2 Anträge aus den wirtschaftlich stärkeren Ländern wie Deutschland und Großbritannien gefördert wurden, obwohl aus diesen Ländern weniger Anträge eingreicht wurden. Zudem lassen sich einige Schwerpunkte bei den Ländern feststellen. Während Deutschland zum Beispiel stärker auf den Gesundheitssektor konzentriert ist, sind Italien und Spanien besonders häufig im Energiesektor vertreten. Frankeich und Großbritannien haben besonders viele IKT-Projekte.

Geförderte Projekte

Quellen: EU Participant Portal | NKS-KMU